FC Tuggen vs. FC Linth 04

3 3
11/08/2018 - 18:00
Linthstrasse, Tuggen
2. Meisterschaftsspiel

Mit dem FC Linth 04 auf einer Achterbahnfahrt der Gefühle

Nach einem frühen Zwei-Tore-Rückstand und mit einem Spieler weniger ringt der FC Linth 04 bei seiner Premiere in der 1. Liga dem FC Tuggen ein 3:3 (1:2) ab.

Konsequente Abwehrarbeit: Linths Neuzuzug Pascal Thrier (rechts) stört Dardan Morina erfolgreich.                                             Bild Carlo Stuppia

 

Von Ruedi Gubser

Er fahre mit einem guten Gefühl nach Tuggen, hatte Roland Schwegler vor dem Debüt seines Teams in der 1. Liga gesagt. Nach 25 Minuten der Partie war das Empfinden des Trainers von Linth 04 ein anderes. Sein Team lag nach zwei Penalty-Gegentoren innert drei Minuten 0:2 im Hintertreffen und musste nach dem Platzverweis gegen Goalie Lo Russo (18.) nach einem Foul an Stadler mit einem Mann weniger spielen. Die Partie schien für die Glarner schon verloren, bevor sie richtig begonnen hatte, der Einstand in der neuen Liga missglückt.

Ein Team mit Charakter
Aber der Liga-Neuling strafte all diejenigen Lügen, die nicht mehr an eine Wende glaubten (der FC Tuggen miteingeschlossen), zeigte eine riesige Moral und machte dank dieser, einer gut organisierten Abwehr und grosser Effizienz bis zur 73. Minute aus dem Zwei-Tore-Rückstand ein 3:2. Nun schien sogar der grosse Coup möglich. Ein Freistoss von Farkas in der 93. Minute verhinderte diesen jedoch. Das störte Roland Schwegler nicht gross. Ihn freute vor allem die Reaktion seiner Spieler nach dem 0:2-Rückstand. «Die Mannschaft hat starken Charakter gezeigt. Wir hatten vor dem Spiel darüber gesprochen, wie wir Hindernissen entgegentreten. Wir können davor
stehen bleiben oder sogar umkehren. Oder wir können es auf irgend eine Art zu überwinden oder zu umgehen versuchen. Mir hat sehr gefallen, wie meine Spieler das grosse Hindernis, das uns nach 25 Minuten im Weg stand, gemeistert haben», so Schwegler.
Der Ausgleich in der Nachspielzeit konnte seine gute Laune nicht trüben. «Es ist immer ärgerlich, so kurz vor Spielende den Sieg aus den Händen zu geben. Aber unter diesen Umständen ist das 3:3 für uns wie ein Sieg. Am Schluss fehlte uns die Kraft und die Konzentration. Aber das ist normal, wenn man so lange mit einem Mann weniger agieren muss», sagte Schwegler. Besonders lobte er die Abwehrarbeit («wir liessen nicht viel zu») und die Kaltblütigkeit im Abschluss («in Unterzahl erhältst du nicht viele Chancen, und diese musst du nutzen»).
Die Linther Abwehr trat tatsächlich homogen und gut organisiert auf. Je länger das Spiel dauerte, um so mehr gingen den Tuggnern die Ideen in ihrem Angriffsspiel aus, weil sie mit ihren Bemühungen im Glarner Abwehr-Bollwerk stets hängen blieben. Deshalb erstaunt es nicht, dass die Märchler alle Tore mit Standardsituationen erzielten. Grossen Anteil, dass Tuggen aus dem Spiel heraus, kein Treffer gelang hatte auch Lo-Russo-Ersatz Nikola Miljic, der die ersten beiden Bälle auf sein Tor (die Penalties) passieren lassen musste, dann aber mit sicheren Interventionen und zwei Glanzparaden (66. und 82.) seinen Teil zum Punktgewinn beitrug.

«Mir hat gefallen, wie meine Spieler das grosse Hindernis gemeistert haben.»
Roland Schwegler, Trainer FC Linth 04

Unkonzentriertheiten mit Folgen
Bei allem Lob: Fehlerfrei blieb die Abwehr von Linth 04 nicht. Ein zu kurzer Rückpass von Stefl zu Lo Russo war der Auslöser des ersten Penaltypfiffes des nicht immer über alle Zweifel erhabenen Schiedsrichters Tonini, und ein leichter aber unnötiger Schubser mit dem Ellbogen von Hren an Morina führte zum zweiten Strafstoss. «Die rote Karte muss ich für mein Foul akzeptieren. Das liegt im Ermessen des Schiedsrichters. Nicht akzeptieren kann ich hingegen, dass er auf Penalty entschieden hat. Die Berührung mit dem Tuggner fand ausserhalb des Strafraums statt», so Lo Russo. Vom Unparteiischen nur benachteiligt fühlen musste sich Linth aber nicht. Kurz vor der Pause zeigte er nach einer Aktion, in die Villiam Pizzi und Tuggens Shala involviert waren, überraschend auf den Penaltypunkt, denn Pizzi hatte sich eher selbst verdribbelt, als er von Shala gefoult worden war. Daniel Feldmann nahm das Geschenk an und verkürzte auf 1:2. Nach 58 Minuten sorgte Pizzi mit seinem Lob über Tuggens Goalie Merlo für den Ausgleich und den Leckerbissen des Spiels. Die Führung gelang dem eingewechselten Mario Budimir, der nach einem Prellball goldrichtig stand und die Glarner vom Sieg träumen liess.
Obwohl ihnen dieser nicht gelang, war der Auftritt von Linth 04 zum Saisonstart verheissungsvoll und gibt Appetit auf mehr – beim gesamten Team und bei seiner Fangemeinde.

SPIELTELEGRAMM:
FC Tuggen –  FC Linth 04    3-3 (2-1)
Linthstrasse, Tuggen – 520 Zuschauer – SR: Tonini
Tore: 1-0 (22. Jakupov, Penalty), 2-0 (25. Morina, Penalty), 2-1 (44. Feldmann, Penalty), 2-2 (58. Pizzi), 2-3 (73. Budimir), 3-3 (94. Farkas)

FC Tuggen: Merlo; Jakupovic, Tinner, Jaggy, Shala; Arifagic (64. Santana), Meier, Györky (78. Murtisi), Stadler (26. Farkas); Morina, Jakupov
FC Linth 04: Lo Russo; Hauer, Stefl, Feldmann, Hren; Pizzi (79. Sanchez), Ismaili (94. Brezina), Thrier, Gössi (21. Nikola Miljic); Carava; Sabanovic (61. Budimir)

Verwarnungen: Jakupov, Györky, Shala, Meier, Sanchez, Carava; Lo Russo (rot, Notbremse)
Bemerkungen: Linth 04 ohne Schindler

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