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Interview mit Mike Koller, unserem neuen Cheftrainer der 1. Mannschaft

Mike Koller hat per 1. Januar 2023 die Verantwortung als Cheftrainer der 1. Mannschaft des FC Linth 04 übernommen. Davor trainierte er den Zürcher 2-Ligisten Wiesendangen während zwei Jahren. Für das Homepageteam stand Mike kurz vor dem Rückrundenstart (am kommenden Samstag in Wettswil-Bonstetten) für ein Interview zur Verfügung.


Willkommen beim FC Linth 04, Mike. Viele kennen dich nicht, stelle dich doch kurz in 2-3 Sätzen vor, wer ist Mike Koller?


Im schönen Glarnerland geboren und aufgewachsen zog es mich via Rapperswil-Jona ins Zürcher Oberland. Seit 2017 wohne ich in Hinwil. Ich habe 3 Kinder und arbeite im Bereich Personaldienstleistungen. Ich würde mich als sehr ehrgeizige und akribische Person bezeichnen. Sowohl Privat, im Beruf aber auch im Sport. Meine fussballerische Laufbahn begann ich mit 5 Jahren beim FC Schwanden auf dem Sportplatz Wyden.


Du kommst vom FC Wiesendangen aus der 2. Liga ins Glarnerland zum FC Linth 04 in die 1. Liga. Wovor hast du den grössten Respekt?


Grundsätzlich gehe ich jede Aufgabe mit dem nötigen Respekt an. Auf Stufe 1. Liga stehst du plötzlich Spielern gegenüber, die selber zum Teil schon sehr viel erreicht hatten und unter anderem bereits als Profis gespielt hatten. Diesbezüglich habe ich mir sicher die einen oder anderen Gedanken in Bezug auf den Umgang mit diesen Spielern gemacht – und natürlich auch den einen oder anderen Tipp geholt. Nach den ersten Wochen kann ich aber behaupten, dass der Umgang sowohl mit diesen Spielern, aber auch mit jungen Spielern, sehr angenehm und wann immer möglich auch freundschaftlich ist.


Du warst früher selbst Torhüter, wie kam der Wechsel auf die Trainerbank? Was waren die Gründe?


Als ich mit Mario Langer von Stäfa nach Rapperswil gewechselt bin, ergab sich die Chance, als Assistenztrainer einzusteigen. Als ich den ersten Trainerkurs (Kinderfussball) absolviert habe, hat mich Urs Wolfensberger angefragt, ob ich nicht interessiert wäre, in Rapperswil meine Trainerlaufbahn zu starten. Dies habe ich dann getan und durfte als Erstes die U13 des FCRJ trainieren. Im Anschluss habe ich Jahr für Jahr weitere Ausbildungen absolviert und so fand ich mich plötzlich auf der Trainerbank wieder.


Was denkst du, zeichnet dich als Trainer aus?


Ich bin eine sehr akribische Persönlichkeit, die versucht, aus jedem Spieler das Maximum herauszuholen. Wir versuchen viel über die Mentalität und Solidarität zu steuern. Stimmt der Mindset, so ist viel möglich. Während meiner Zeit in Männedorf und Wiesendangen pflegte ich einen offenen Umgang mit den Spielern, welche mir auch ehrlich Feedback geben durften. Dies hat mich weitergebracht und ich versuche diese Erfahrungen nun entsprechend einbringen zu können.


Du warst früher wie schon erwähnt Torhüter. Warst du ein einfacher Spieler für deine Trainer?


Vermutlich zu einfach, wenn ich mich mit den heutigen Spielern vergleiche. Ein Spieler, der nicht spielt, der muss enttäuscht sein und darf nicht zufrieden auf der Bank sitzen. Er muss wissen warum er nicht spielt und hat auch das Anrecht darauf, dies zu wissen. Nur so kann er sich verbessern.


Wie würdest du deine Spielphilosophie beschreiben. Was ist dir wichtig, respektive was siehst du nicht gerne.


Wer im heutigen Fussball erfolgreich sein will, muss flexibel sein. Eine Grundordnung ist wichtig; entscheidend ist aber, dass die Spieler die Prinzipien beherrschen und wissen, in welchen Situationen wie zu handeln ist. Dabei spielt es keine Rolle, aus welcher Grundordnung agiert wird.

Flexibel gilt es auch dahingehend zu sein, seine persönliche Idee von Fussball an die vorhandene Mannschaft zu adaptieren und so spielen zu lassen, dass sich die Mannschaft wohl fühlt.

Diesbezüglich haben wir leichte Anpassungen am System vorgenommen und versuchen auch im Frühjahr attraktiven Fussball zu spielen. Voraussetzung dafür ist, dass wir uns in den Umschaltmomenten gut verhalten. In Sachen Mentalität und Solidarität ist es mir wichtig, dass die Jungs sich füreinander zerreissen. Wir wollen als Einheit auftreten und uns gegenseitig zu Höchstleistungen pushen.


Du bist jetzt seit knapp 6 Wochen beim FC Linth 04. Reicht diese Zeit aus, um bereits deine Handschrift einzubringen oder wie lange braucht das?


In den ersten Wochen ging es mir in erster Linie darum, die Spieler und so gut es geht das Umfeld kennenzulernen. Mir wurde schnell klar, dass hier ein funktionierendes Konstrukt vorliegt und wir nicht alles auf den Kopf stellen müssen. Wir haben lediglich 1, 2 Kleinigkeiten angepasst und versuchen die erfolgreiche Herbstrunde im Frühling zu bestätigen.


Mit einem Total von 25 Punkten ist der Vorsprung auf die Abstiegsplätze etwa gleich gross wie der Rückstand auf die zwei Tessiner Topteams. Was sind die Mannschaftsziele für die kommende Rückrunde?


Tabellarisch haben wir kein konkretes Ziel formuliert. Wir sind Sportler und gehen jedes Spiel so an, damit wir es gewinnen können. Dazu gehört eine optimale Vorbereitung unter der Woche und die notwendige Konsequenz in der Umsetzung des Spielplans am Wochenende. Die Liga ist sehr ausgeglichen und im Herbst gab es viele Überraschungen. Es wird wichtig sein, regelmässig zu punkten um sich im vorderen Drittel festsetzen zu können.


Der Kader hat doch einige Veränderungen erlebt und wurde vor allem verbreitert, was auch zwingend nötig war. Du hast einige neue Spieler bekommen. Was kannst du zu den Neuen sagen?


Nach den Verletzungen im Herbst war es wichtig, den Kader etwas zu verbreitern. Die neuen Spieler haben sich gut integriert und ergänzen den bestehenden Kader super. Wir sind nun überall doppelt besetzt und haben sehr gute Alternativen, was natürlich auch den Konkurrenzkampf ankurbeln soll.


Wo soll der Weg von Mike Koller als Trainer hingehen? Würde dich ein Engagement im Profifussball reizen oder reicht der Amateurfussball aus?


Nein. Ein Engagement im Profibereich kann ich mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit ausschliessen. Ich bin in der Privatwirtschaft gut verankert und habe grosse Freude an meinem Beruf. Diesen würde ich für den Fussball nicht aufgeben. Ich bin erst seit wenigen Wochen beim FC Linth 04, wo ich mich sehr gut eingelebt habe und fühle mich hier sehr wohl.


Wenn du einen fussballerischen Wunsch frei hättest, was wäre der?


Ich habe gelernt, Wünsche muss man für sich behalten, sonst gehen sie nicht in Erfüllung 😊.


Zum Schluss noch eine letzte Frage. Wie sieht für dich ein perfekter Spieltag aus?


Mit den Kindern ist immer früh «Ramba Zamba». Nach einem gemeinsamen Frühstück in meiner Stammbeiz in Wetzikon steht zu Hause etwas Gartenarbeit an oder wir machen sonstige Besorgungen. Ein gemeinsamer Lunch zu Hause bei warmen Temperaturen im Garten gefolgt von einem kurzen Powernap. Dann mache ich mich zeitig los um vor Ort noch einen Espresso trinken und gewisse Gespräche führen zu können. Nach einem attraktiven 5:2 Heimsieg (sorry, Miro!) trinken wir gemeinsam mit den Spielern und dem Trainerteam noch das eine oder andere Bier und lassen den Abend ausklingen.


Vielen Dank Mike für deine spannenden Antworten. Wir wünschen dir und dem Team eine erfolgreiche Rückrunde und freuen uns auf spannende und spektakuläre Spiele.

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