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Vorschau: Ein weiteres Traumlos für den FC Linth 04

Nach dem Cup-Spektakel gegen den FC St. Gallen im vergangenen Herbst erwartet den FC Linth 04 ein weiteres Fussballfest. Die Frauen empfangen in der zweiten Hauptrunde des Schweizer Cups den NLA-Spitzenklub Basel.

von Ruedi Gubser

Was für ein Los! Was für eine Begegnung! Linth 04 spielt gegen den FC Basel. Damit toppt das Frauenteam sogar die Männer. Diese trafen vor einem knappen Jahr im Schweizer Cup auf St. Gallen, boten mit einer Klasseleistung dem Super-League-Vertreter die Stirn und unterlagen erst im Elfmeterschiessen.
«Wir sagten ja, dass wir im Schweizer Cup den Männern nacheifern wollen. Mit diesem Los haben wir sie nun sogar übertroffen», freut sich Andy Iten. Der Co-Trainer hat die frohe Botschaft aus dem mannschaftsinternen Chat erfahren, der von einer Spielerin betreut wird. «Das Los ist cool», fährt Iten fort, «wir hatten insgeheim auf Zürich oder Basel gehofft. Das Glück zu haben, nun gegen Basel, den Fussballverein in der Schweiz schlechthin, zu spielen, ist genial.»

Als Lucky Loser dabei
Linth trifft als Lucky Loser auf Basel. Für den Schweizer Cup hatten sich die Glarnerinnen nicht direkt qualifiziert, sondern als Finalist im Cupfinal des Ostschweizerischen Fussballverbandes (knappe Niederlage gegen Appenzell). Das Traumlos ermöglicht haben schliesslich ein 5:3-Auswärtssieg in der ersten Hauptrunde beim 2.-Ligisten Meisterschwanden – und die Auslosungs-Fee.

«Wir wollten im Cup den Männern nacheifern. Mit diesem Los haben wir sie sogar übertroffen.»
Andy Iten, Trainer Frauen FC Linth 04

Umbruch bei Basel
Die Baslerinnen haben sich in den vergangenen Jahren zu einem Spitzenteam in der NLA entwickelt und klassierten sich in den letzten fünf Saisons stets auf dem 2. oder 3. Platz. Im Sommer hat jedoch ein grosser Umbruch stattgefunden. Weil der Klub seinen Frauenbereich anders ausrichten möchte, ist das Team jünger geworden, Teamstützen wie Rachel Rinast oder Topskorerinnen wie Eunice Beckmann haben den Verein verlassen. Es wird vermehrt regionalen Spielerinnen eine Plattform gegeben, sich auf höchster nationaler Stufe zu zeigen. Die Baslerinnen haben denn auch das erste Meisterschaftsspiel zu
Hause gegen Lugano verloren (2:3).

Linth hat nichts zu verlieren
Durch diese Veränderungen bei Basels Frauenteam den Männern auch resultatmässig nacheifern zu können, erachtet Andy Iten als sehr, sehr schwierig. «Der Niveauunterschied zwischen NLA und 2. Liga ist bei den Frauen grösser als bei den Männern. Für ein unterklassiges Männerteam ist es einfacher, sich taktisch und kämpferisch auf den stärkeren Gegner einzustellen als für eine Frauenequipe.» Das Ziel für sie werde sein, so lange wie möglich keinen Gegentreffer zu erhalten, so Iten. «Wir haben absolut nichts zu verlieren und können befreit aufspielen.» Zudem hat er mit Nicole Feldmann, Stefanie Hug und Damiana Antoniazzo drei Spielerinnen mit NLA-Erfahrung in der Mannschaft. Alle drei schnupperten bei Rapperswil-Jona Luft in der höchsten Schweizer Spielklasse. Ein spezielles Spiel wird die Cup-Begegnung gegen den FC Basel für alle Spielerinnen des FC Linth sein, noch etwas spezieller dürfte es für die neuen Spielerinnen vom FC Schwanden sein, die dank der Zusammenarbeit der beiden Vereine zu diesem Highlight kommen. Deshalb ist die korrekte Bezeichnung des Teams Linth-Schwanden. So wurde es übrigens auch in der Mitteilung des Schweizerischen Fussballverbandes zur Cupauslosung bezeichnet.

1.-Ligisten als Vorgruppe
Das neuerliche Fussball-Spektakel soll am Samstag, 22.September, in der Lintharena in Näfels stattfinden. Zuerst würde die erste Mannschaft des FC Linth 04 in der 1.-Liga-Meisterschaft auf Zürich United treffen und anschliessend der Cup-Hit der Frauen, Linth 04 gegen den FC Basel, ausgetragen. «So jedenfalls stellen wir uns das vor», betont Andy Iten.