FC Linth 04 vs. FC Schaffhausen

3 1
18/08/2019 - 14:00
Lintharena, Näfels
1/32-Final Schweizer Cup
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Bild Sasi Subramaniam

Grosser Jubel in Näfels: Mit einem 3:1-Sieg kegelt der FC Linth 04 in der
1. Hauptrunde des Schweizer Cups Schaffhausen aus dem Wettbewerb. Die Glarner haben den Sieg gegen den über weite Strecken enttäuschenden Challenge-Ligisten nicht gestohlen.


Der FC Linth 04 schreibt ein weiteres Cupmärchen

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Freudentag: Die Zuschauer in Näfels bejubeln die Klasseleistung von Daniel Feldmann (Bild oben rechts) und den Führungstreffer von Yves Sanchez (Nr.20 unten rechts). Bilder Sasi Subramaniam

Er hat es schon wieder getan: Der FC Linth 04 wirft mit Schaffhausen einen Challenge-Ligisten aus dem Schweizer Cup. Der 3:1-Sieg vor rund 1000 Zuschauern in Näfels ist nicht gestohlen. Die Gäste enttäuschten.

von Paul Hösli

Als der eine Viertelstunde zuvor eingewechselte Dejan Ilic in der Nachspielzeit das alles entscheidende 3:1 für Linth 04 mittels einer herrlichen Bogenlampe erzielte, brachen auf dem Sportplatz Lintharena alle Dämme. Die Glarner zeigten sich bereits wie 2017 mit dem Sieg über Wohlen (Challenge League) und der unglücklichen Niederlage gegen den FC St. Gallen als Cupschreck. Das Erstaunliche am Sieg über den FC Schaffhausen: Er ist verdient. «Aufgrund der zweiten Halbzeit ist er verdient, in der ersten hatten sie schon einige sehr gute Chancen. Letztlich haben wir uns den Sieg durch eine gute Leistung erzwungen. Jetzt hoffen wir auf ein gutes Los», sagte der Linth-Trainer Fabio Digenti nach der Partie.

Schaffhausen zeigte lediglich 25 Minuten guten Fussball, danach präsentierte sich das Spielgeschehen ausgeglichen, von einem Zweiklassenunterschied war nichts zu sehen. Obwohl der auffälligste Schaffhauser Danilo Del Toro innerhalb von zwei Minuten zwei Topchancen ausgelassen hatte, ging der FC Schaffhausen in der 14. Minute dennoch verdient in Führung. Hélios Sessolo ging von der Linth-Abwehr am rechten Flügel komplett vergessen. Seine Hereingabe verwerte der Sturmtank Barry Cooper.

Unübliches Spiel der Gäste
Abgesehen von der Startphase agierte der FC Schaffhausen jedoch nicht wie ein Oberklassiger und der klare Favorit. Die Mannschaft von Murat Yakin operierte oft mit langen hohen Bällen, meist ein gefundenes Fressen für die Glarner Abwehrspieler. Allen voran Daniel Feldmann, der Routinier putzte alles weg, was in die Nähe des Strafraumes segelte. «Er ist unglaublich wichtig für die Mannschaft. Defensiv liessen wir aber allgemein wenig zu», sagte André Caetano.
Der ehemalige Schaffhauser genoss die Partie gegen seine Ex-Kollegen. «Es war cool, aber gleichwohl auch komisch. Ich denke aber, wenn man mit 3:1 vom Feld geht, ist der Sieg verdient. Jetzt werden wir bestimmt noch ein wenig feiern.»

Feldmann als Man of the Match
Das Linth-Urgestein Daniel Feldmann zeigte sich aber nicht nur in der Defensive als beinahe unüberwindbares Hindernis, er war auch für den Ausgleich besorgt. Nach einem herrlichen Freistoss aus dem Halbfeld von Yves Sanchez stieg der 33-Jährige nach knapp einer halben Stunde am höchsten und köpfte zum viel umjubelten Ausgleich ein.
Linth kam danach immer besser ins Spiel – auch dank einer Änderung von Trainer Digenti. «Um die langen hohen Bälle der beiden Innenverteidiger besser zu unterbinden, haben wir auf zwei Stürmer umgestellt, um die beiden besser zuzustellen.»
Eine gewiefter Schachzug, denn vom FC Schaffhausen kam in der Folge so gut wie nichts mehr. Spielerisch enttäuschten die Munotstädter komplett. «Es war auf dem holprigen Platz nicht einfach für uns, daher haben wir diese Taktik gewählt. Spielerisch funktionierte es nicht, wir machten zu viele Stockfehler. Wir fanden keine Lösung», so der Schaffhauser-Trainer Murat Yakin. Die Niederlage sieht er auch in der Effizienz des FC Linth 04 – und der Naivität der eigenen Spieler. «Beim 2:1 waren wir in Überzahl und liessen uns einfach so wegdrücken. Körperlos funktioniert es auch gegen einen Unterklassigen nicht», so der ehemalige Schweizer Internationale. Yves Sanchez wuselte sich durch die Abwehr und erzielte in der 57. Minute den Führungstreffer, mittlerweile dem Spielverlauf entsprechend.
Dass der FC Schaffhausen derart Mühe bekundete, lag natürlich auch am Auftritt von Linth 04. In der zweiten Halbzeit waren die Glarner Unterländer das bessere Team. Schaffhausen nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Cooper, er musste mit einer Kopfverletzung ins Spital überführt werden, offensiv inexistent.

Linth mit abgeklärter Leistung
Bezeichnend die 85. Minute, als Schaffhausen mehr zaghaft als mit der letzten Überzeugung auf den Ausgleich drückte: Der eingewechselte José Correia tauchte nach einem Fehler der Linth-Abwehr plötzlich alleine vor Lorenzo Lo Russo auf. Aber anstatt das Leder eiskalt zu verwerten, versuchte er es mit einem dilettantischen Lobball und scheiterte kläglich. «Das muss ein Tor sein», so sein Trainer Yakin. Zum Gesamtauftritt seines Teams findet er klare Worte: «Wir haben uns zu naiv verhalten und daher ein Weiterkommen nicht verdient.» Und er windet Linth 04 ein Kränzchen. «Sie haben es sehr gut gemacht.»
Die tolle Leistung von Linth 04 wurde nicht unmittelbar belohnt. In der nächsten Cuprunde treffen die Glarner Unterländer auf den FC Spiez aus der 2. Liga interregional. Kein Traumlos, dafür ein machbares.

Linth 04 – Schaffhausen 3:1 (1:1)
Lintharena. – 950 Zuschauer. – SR: Rosset
Tore: 14. Cooper 0:1. 28. Feldmann 1:1. 57. Sanchez 2:1. 91+1. Ilic 3:1.
Linth 04: Lo Russo; Caetano, Thrier, Feldmann, Bechtiger; Schindler (77. Ilic), Brezina (61. Ismaili), Gregorio; Carava, Sanchez (87. Jakovljev); Sabanovic.
Schaffhausen: Heim; Qollaku, Bunjaku, Mevlja, Kronig (65. Menezes); Müller, Bislimi, Del Toro, Tanquilli (55. Kouakou); Sessolo; Cooper (46. Correia).
Bemerkungen: Cooper fällt mit Kopfverletzung aus und muss ins Spital überführt werden. Linth 04 ohne Hren und Budimir (beide abwesend), Schaffhausen ohne Nikci (verletzt). – Verwarnungen: 37. Sessolo, 57. Brezina
67. Thrier, 77. Guto (alle Foul) 90. Gonçalves.

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