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1. Mannschaft: Zur Erfüllung des Traumes brauchte Linth 04 in Spiez viel Geduld


Weiteres Fussballfest für den FC Linth 04

Die Glarner Unterländer bezwingen den FC Spiez im Schweizer Cup mit 4:0 nach Verlängerung. In den Achtelfinals dürfen sie gegen den FC Sion spielen.

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Harter Kampf: Der FC Linth (im Bild André Caetano, links) tut sich gegen den FC Spiez aus der 2. Liga interregional lange schwer.                  Bild Michael Schinnerling

 

von Ruedi Gubser

Der FC Linth 04 hat einen weiteren Meilenstein in seiner Vereinsgeschichte erreicht. Nach dem 4:0-Sieg nach Verlängerung über den FCSpiez sind die Glarner Unterländer erstmals in die Achtelfinals des Schweizer Cups eingezogen. Dort empfangen sie Ende Oktober mit dem FC Sion die Schweizer Cup-Mannschaft schlechthin. Sion hält in der Schweiz zwei Cup-Rekorde: Die Walliser haben ihre ersten 13 Finalteilnahmen für sich entschieden. Mit dem Sieg am 17.April 2006 über die Young Boys (5:3 nach Elfmeterschiessen) gewann der FCSion als erster und einziger unterklassiger Verein einen Cupfinal. Diese Achtelfinalqualifikation musste sich der FC Linth 04 gegen das Unterklassige Spiez allerdings hart erkämpfen und konnte die Differenz erst in der Verlängerung herstellen.


Zur Erfüllung des Traumes brauchte Linth 04 in Spiez viel Geduld

Mit dem Einzug in die Achtelfinals des Schweizer Cups hat der FC Linth 04 ein weiteres Kapitel in der Erfolgsgeschichte geschrieben. Bis der 4:0-Sieg in den Sechzehntelfinals in Spiez feststand, mussten die Glarner Unterländer aber hart kämpfen und in die Verlängerung.

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Spät fallen in Spiez die Tore für den FC Linth, aber sie fallen: Babelessa Backa trifft zum 3:0.   Bild Michael Schinnerling

von Michael Schinnerling und Ruedi Gubser

Der Jubel bei den Glarner Unterländern am Schluss des Spiels war gross, die Freude berechtigt. Erstmals in der Vereinsgeschichte erreichten sie im Schweizer Cup die Achtelfinals und haben nun gegen den FC Sion ein ähnliches Fussballfest vor Augen, wie es ein Teil der Mannschaft vor zwei schon einmal erleben durften. Damals empfing Linth 04 in Näfels den FC St. Gallen, verlangte dem Super-League-Verein alles ab und musste sich erst im Penaltyschiessen geschlagen geben.

Es brauchte viel Geduld
Bis der FC Linth 04 allerdings die Achtelfinals erreichte, musste er gegen den 2.-Liga-Interregions-Verein Spiez hart kämpfen und sich in Geduld üben. Die Treffer zum 4:0-Sieg fielen erst in der Verlängerung (91. Ilic 0:1, 99. Feldmann 0:2, 105. Backa 0:3, 105. Ilic 0:4.) Der auf diese Saison in die 2.Liga Interregion aufgestiegene FC Spiez machte es den Glarnern mit seiner Taktik äusserst schwer und liess sie im wahrsten Sinne des Wortes 90 Minuten lang auflaufen. «Wir wussten, wenn wir das 0:0 lange halten können, würde es für Linth schwer werden», sagte Spiez-Trainer Peter Knobel.

Sinnbildlich dabei dürfte der verschossene Penalty von Amar Sabanovic in der 10.Minute gewesen sein. Zuvor war Levin Schindler im Strafraum gefoult worden. Ein Klassenunterschied war nur in der ersten Viertelstunde zu erkennen. Linth 04 kam zwar zu Chancen, vergab diese aber. Der verschossene Penalty führte dazu, dass Spiez nun besser ins Spiel fand. Linth war zwar technisch und körperlich überlegen und erspielte sich ein Chancenplus, Spiez warf sich aber in jeden Angriff und scheute sich auch nicht davor, die Bälle ins Aus zu spielen. So konnte Zeit gewonnen werden. Die Spiezer waren offensiv kaum aktiv und kamen in der ersten Halbzeit nur einmal zu einer Abschlussmöglichkeit. André Schmid im Linther Tor parierte den Schuss aber sicher.
Das Bild änderte sich auch in der zweiten Hälfte nicht. Linth griff an, Spiez verteidigte, machte dies gekonnt. Erst in der Schlussviertelstunde trau- ten sich die Berner Oberländer mehr zu und kamen zu den besten zwei Gelegenheiten des gesamten Spiels. Tore fielen aber nicht. Somit gingen die beiden Teams in die Verlängerung. Dort erwischte das Team von Trainer Fabio Digenti einen Blitzstart. Nach 35 Sekunden traf Dejan Ilic zum 1:0 für Linth 04. Die Spiezer reklamierten zwar lautstark ein Offside. An der Entscheidung wurde jedoch nicht mehr gerüttelt. Die Glarner führten endlich. Etwas umstritten war auch die Aktion, die zum Penalty und zum 2:0 für Linth 04 führte. Daniel Feldmann liess sich dadurch nicht beirren, machte seine Sache besser als Sabanovic zu Beginn des Spiels und traf vom Elfmeterpunkt aus zum 2:0 (99.). In der 5. und 6.Minute der Nachspielzeit der ersten Hälfte der Verlängerung erhöhten Babelessa Backa und Ilic auf 4:0. Linth 04 hatte die Schlinge nochmals vom Hals gezogen und am Schluss standesgemäss gewonnen.

Zu wenig geredet
«Wir können mal ein schlechtes Spiel zeigen. Aber was heute in Spiez fehlte, war die Kommunikation auf dem Platz. Das müssen wir ändern», fand Linths Trainer Fabio Digenti nach dem harten Cup-Kampf. Gerade er, für den die Kommunikation auf dem Platz enorm wichtig ist, konnte in dieser Hinsicht mit seinen Spielern nicht zufrieden sein. «Zudem war es ärgerlich, in die Verlängerung zu gehen. Das kostete Kraft für die nächsten beiden wichtigen Meisterschaftsspiele am Dienstag gegen Balzers und am Freitag gegen Tuggen», betonte Digenti.

«Wir gratulieren Linth und werden die vier Tore gegen uns nicht überwerten», meinte auf der Gegenseite der Trainer von Spiez, Peter Kobel. Die Freude über den nächsten Gegner war bei Linth 04 nach dem Triumph gegen Spiez gross. «Wir nehmen jeden Gegner aus der Super League, die Hauptsache ist, es gibt in Näfels ein grosses Fussballfest», sagte Dejan Ilic noch im Berner Oberland. Mit Sion, der Cup- Mannschaft in der Schweiz schlechthin, sollte dieses Fest möglich sein.

SPIELTELEGRAMM:

Spiez – Linth 04 0:4 (0:0) n.V.
ABC-Zentrum, Spiez. – SR Turkes. – 700 Zuschauer.
Tore: 91. Ilic 0:1. 99. Feldmann 0:2 (Elfmeter). 105. Backa 0:3. 105. Ilic 0:4.

Spiez: Simon; Bürki, Zimmermann, Wyssen, Häsler, Stucki; Buri (71. Stanisic), Ueltschi, Baumann (103. Wittwer); Markovic (105. Weigel), Wymann (76. Bühler).
Linth 04: Schmid; Amendola, Thrier, Feldmann, Bechtiger; Caetano (90. Carava), Guto, Sanchez (76. Backa), Schindler (56. Petrovic); Ismaili (56. Ilic), Sabanovic.

Bemerkungen: Simon hält Penalty von Sabanovic (10.). Verwarnungen: 65. Baumann, 71. Stucki, 89. Caetano. 91. Sabanovic. 100. Platzverweis Wyssen.