FC Linth 04 (F) vs. FC Basel 1893 (F)

0 9
22/09/2018
Lintharena, Näfels
2. Hauptrunde Schweizer-Cup

Das «Stängeli» verhindert

In der 2. Hauptrunde des Schweizer Cups verlieren die Frauen des FC Linth 04 gegen den FC Basel 0:9 (0:6). Trotz dieser Niederlage überwiegt bei Linth die Freude.

von Ruedi Gubser

Das Frauenteam von Linth-Schwanden hatte sich für das Cupspiel gegen Basel die Männer von Linth 04 zum Vorbild genommen, die vor einem Jahr im Schweizer Cup dem FC St. Gallen die Stirn boten und sich erst im Elfmeterschiessen schlagen lassen mussten. Linths Frauen war vor dem Spiel klar gewesen, dass ein ähnliches Unterfangen für sie nicht möglich sein würde. Zu gross ist der Niveauunterschied im Frauenfussball von der Nationalliga A zur 2. Liga. Deshalb lautete ihre Zielsetzung, möglichst lange kein Tor zu erhalten und ein «Stängeli» zu vermeiden.
Ersteres gelang den Lintherinnen nicht wunschgemäss, zweiteres indes schon. Und darüber freuten sie sich am Ende der Partie am meisten. Nach 70 Minuten hatte es zwar nicht danach ausgesehen, dass Linth die zweistellige Zahl bei den Gegentoren würde vermeiden können, denn Basel führte zu diesem Zeitpunkt 9:0. Die Glarnerinnen stemmten sich in der Schlussphase mit aller Kraft erfolgreich gegen einen weiteren Gegentreffer und konnten sich so am Ende über ihr eigenes kleines Erfolgserlebnis freuen.
Linth 04 kämpfte nach einem frühen Rückstand, der durch einen abgefälschten Schuss unglücklich zustande gekommen war, tapfer, wehrte sich nach Kräften, musste die Überlegenheit der Baslerinnen aber akzeptieren. «Wir hielten unseren Möglichkeiten entsprechend gut dagegen. Uns wurden die Grenzen aber massiv und schonungslos aufgezeigt», erwähnt Trainer Andy Iten. «Riesig freut mich, wie die Spielerinnen die Moral bis zuletzt aufrechterhalten konnten und trotz grossem Rückstand den Plausch hatten.»
Bei einem eigenen Treffer wäre der Spass wohl noch etwas grösser gewesen. Diesen verpasste Irene Oeschger beim Stand von 0:2. «Das war unsere beste und auch einzige richtige Chance», bemerkt Iten dazu. Mit der Leistung seines Teams war er, abgesehen von den letzten zehn Minuten vor der Pause, als Basel drei Treffer erzielte, zufrieden. «Wir verteidigten nicht mehr gut. Das war unsere schwächste Phase des gesamten Spiels. Die zweite Halbzeit gibt uns dagegen Motivation und Selbstvertrauen für die Meisterschaft. Treten wir auch dort so auf wie in der zweiten Hälfte gegen Basel, werden wir nicht mehr am Tabellenende herumgurken.»

Einmaliges Erlebnis
Andy Iten bezeichnete die Cuppartie gegen Basel als einmaliges Erlebnis – für die Spielerinnen und ihn selbst. «Nicht nur ein NLA-Team als Gegner zu haben, war speziell. Auch das ganze Drumherum war es.» Iten nannte als Beispiele die Spielleitung durch ein Schiedsrichter-Trio und nicht einen Ref alleine sowie die Coaching-Zone, bei der darauf geachtet wurde, dass er sie nicht verliess.

Viele Zuschauer
Speziell war aber auch der Zuschaueraufmarsch. «Wir haben zu Hause noch nie vor so vielen Leuten gespielt. Es kamen Personen zum Spiel, die ich sonst nicht an einem Frauen-Fussballmatch sehe. Das war cool.» Geschätzt hat der Trainer des Frauenteams auch, dass viele Spieler der ersten Mannschaft das Cupspiel verfolgten.
Am Mittwoch werden die Fussballerinnen des FC Linth 04 voraussichtlich wiederum fast unter sich sein, wenn sie in der 2.-Liga-Meisterschaft den Vierten Wittenbach empfangen. Dabei ist für sie diese Partie für das Tabellenschlusslicht ungleich wichtiger als die Cuppartie. Diese war dafür spassiger – trotz einem 0:9.

SPIELTELEGRAMM:
FC Linth 04 (F) – FC Basel 1893 (F)        0-9 (0-6)
Lintharena SGU, Näfels – 100 Zuschauer
Tore: 0-1 (7. Jenzer), 0-2 (15. Jenzer), 0-3 (27. Marti), 0-4 (34. Marti), 0-5 (43. Klotz), 0-6 (44. Marti), 0-7 (54. Marti), 0-8 (64. Hoti), 0-9 (68. Marti)

FC Linth 04: L. Studler; M. Studler, Andreoli, Antonazzo, N. Hug; Schnyder, Feldmann, S. Hug, Thoma (Gubler); Lo Faro (46. Stähli); Oeschger (Galluccio)
FC Basel 1893: Saladin; Jermann (46. Racaj), Brunner, Hirschi (46. Frei), Klotz; Solow, Bunter, Hoti; Bangerter, Marti, Jenzer

Verwarnungen: –
Bemerkungen: Linth 04 ohne Deplazes, Fischli, Hösli, Steinmann

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