FC Linth 04 1 0 FC Bazenheid
20/09/2017 - 20:00
Lintharena, Näfels
6. Meisterschaftsspiel

1. Mannschaft spürt den Cup-Kater nur eine Halbzeit lang

Dank einer Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte bezwingt Linth 04 Aufsteiger Bazenheid mit 1:0. Der goldene Treffer ist eine Co-Produktion der nach einer Stunde eingewechselten Pizzi und Bischofberger.

Verhaltener Sturmlauf: Die vermehrten Angriffsbemühungen von Linth 04 (im Bild Amar Sabanovic) in der zweiten Halbzeit werden belohnt.               Bild Köbi Hefti

 

Von Ruedi Gubser

Das Kontrastprogramm für den FC Linth 04 könnte grösser nicht sein. Hier der Karriere-Höhepunkt an einem Sonntag mit dem Knaller im Schweizer Cup gegen den Super-League-Verein St. Gallen vor 3050 Zuschauern und einer stattlichen Schar singender St. Galler Fans sowie mit TV-Kameras, Radio-Mikrofons und Live-Ticker-Betreuer, die alles dokumentieren, was auf dem Rasen passiert. «Vor allem an den Lärm des St. Galler Anhangs (in der ersten Halbzeit hinter dem Tor von Linth, Anm. d. Red.) mussten wir uns gewöhnen», sagt Daniel Feldmann. «Normalerweise hören wir die Zurufe der Mitspieler. Diesmal gingen sie im Lärm jedoch unter.»

Doch etwas Wehmut
Da, drei Tage später, der Fussballer-Alltag an einem Werktag mit der Pflichtaufgabe in der Meisterschaft gegen Aufsteiger Bazenheid. Knapp 100 Zuschauer verirren sich am kühlen Septemberabend in die Lintharena. Die Trommel der St. Galler Supporter wäre nun doppelt hilfreich. Sie würde für etwas Stimmung und bei abwechselnder Benutzung bei den Besuchern für etwas Erwärmung sorgen. Der Chronist wird diesmal nicht fast nach Oberurnen geschickt, sondern findet ohne Einweiser problemlos einen Parkplatz. Was auf dem Rasen passiert, wird nur noch in ein Notizbüchlein gekritzelt – in das des Chronisten.
Wehmut kommt auf und Erinnerungen an den Sonntag. Etwas wehmütig blickt auch Daniel Feldmann zurück. «Obwohl es ein super Spiel war von uns, denke ich ab und zu, dass wir eine riesige Chance verpasst haben, den Super-League-Verein zu bezwingen. Wenn mans bis ins Penaltyschiessen schafft, will man gewinnen. Aber das wird sich in den nächsten Tagen legen, und ich werde mit Stolz auf unseren Auftritt zurückblicken können», so Feldmann. An den Sonntag zurückerinnert wurden gestern Abend auch die Zuschauer. Die erste Hälfte gestaltete sich nämlich ähnlich wie im Spiel gegen St. Gallen. Mit einem defensiv orientierten FC Linth und angreifenden Gästen. So spielte sich das Geschehen, ob gewollt oder nicht, mehrheitlich in der Platzhälfte der Glarner ab, und Danko Savanovic bekam einige Gelegenheiten, sich auszuzeichnen. Den ersten Abschlussversuch verzeichnete Linth in der 23. Minute (fünf Minuten früher als am Sonntag). Kurz darauf wäre Linth beinahe in Führung gegangen – durch ein Eigentor. Gähwiler konnte den Ball gerade noch rechtzeitig behändigen.

Die Müdigkeit weggespielt
In der zweiten Halbzeit erhöhte Linth die Kadenz und drängte Bazenheid nun öfters in dessen eigene Platzhälfte zurück. Und mit den Einwechslungen von Pizzi und Ismaili (64.) sowie Bischofberger (74.) nahm Linth das Zepter endgültig in die Hand und wurde in der 93. Minute für die in der zweiten Halbzeit verstärkten Offensivbemühungen belohnt. Wie bereits beim 3:1-Sieg gegen Chur drei Tage nach dem Cup-Triumph über Wohlen sorgten Pizzi und Bischofberger für die Wende bzw. für den Sieg. Pizzi entwischte den Bazenheidern mit einem seiner gefürchteten Flügelläufe, flankte in die Mitte, wo Bischofberger zum Sieg vollendete. Mit diesem Vollerfolg übernahmen die Glarner wieder die Tabellenführung.

Charakter gezeigt
Die 120 harten Minuten am Sonntag hatten bei den Linthern Spuren hinterlassen. Das war ihnen in den ersten 45 Minuten deutlich anzumerken. Körperlich müde, gedanklich noch beim Spiel gegen St. Gallen fanden sie den Tritt nicht und machten sich das Leben mit vielen Fehlzuspielen zusätzlich schwer. Dass die Mannschaft Charakter hat, bewies sie dann in der  zweiten Hälfte, als sie die Müdigkeit abschütteln konnte, zu einer starken Reaktion fähig war und Bazenheid im Griff hatte. Die Toggenburger verzeichneten in der zweiten Hälfte praktisch keine gefährliche Aktion mehr.

SPIELTELEGRAMM:

FC Linth 04 –  FC Bazenheid    1-0 (0-0)
Lintharena, Näfels –  90 Zuschauer –  SR: Grolimund
Tore: 1-0 (93. Bischofberger)

FC Linth 04: Savanovic; Hauer, Stefl, Feldmann, Hren; Gössi (64. Ismaili), Schnyder, Carava, Antoniazzi (73. Bischofberger); Sanchez (64. Pizzi); Sabanovic
FC Bazenheid: Gähwiler; Lopes, Früh, Baumann, Gebert; Györky (46. Schneider), Mlinaric (62. Cengiz), Gregorin; Farkas, Titaro (89. Kuhn), Cakir

Bemerkungen: 28. Tor von Bazenheid wegen Abseits aberkannt, 56. Tor von Sanchez wegen Abseits aberkannt.
Verwarnungen: 39. Früh (Reklamieren), Hren (Foul)